Lautsprechergehäuse aus Kiefer-Leimholz

Die Herstellung der Lautsprechergehäuse orientierte sich an dem Bauplan von Bern Timmermanns für 16 mm MDF und wurde auf 18 mm Wandstärke angepasst. Zur Veranschaulichung der zu erwartenden Ergebnisses wurde mit der Software OpenSCAD 3D ein Model simmuliert. Bei der Umsetzung wurden die finalen Maße der Zuschnitte mit den Standard Maßen des Kiefer-Leimholzes aus dem Baumarkt angeglichen. Damit wurde das verfügbare Material kostenoptimierend ausgenutzt und der entstehende Abfall minimiert.

Gemäss der folgenden Konstruktionszeichnung von Bernd Timmermanns soll die Frontplatte 150 mm breit sein. 

Das Kiefer-Leimholz aus dem Baumarkt ist jedoch nur in 20 mm oder 30 mm Breite erhältlich. Und so hatten wir pragmatisch entschieden, die 30 mm breiten Bretter zu verwenden, zu halbieren und damit das Material optimal auszunutzen. Wegen der Schnittbreite der Tischkreissäge ergab das nun eine Breite von 148 mm. Diesen damit verbundenen "Verlust" an Gehäusevolumen wollten wir über die Tiefe der Box kompensieren.

Mit der 148 mm Einstellung an der Tischkreissäge wurden nun alle Front-, Boden-, Decken- und Rückseiten geschnitten. Dann wurde die Einstellung an der Tischkreissäge für den Zuschnitt aller Seitenteile umgestellt. Mit dieser Vorgehensweise konnten die Zuschnitte mit minimalen Toleranz-Abweichungen hergestellt werden. 

Anschliessend wurden die Kanten der Zuschnitte gebrochen und jedes einzelne Teil mit der Exzenterschleifmaschine geglättet.

Als nächstes wurden die "Treppenaufsätze" für die Bodenplatten zusammengeleimt und die Öffnungen für die Lautsprecher-Chassis und für die Bass-Reflex-Röhren aus den betreffenden Zuschnitten hergestellt.

Für die Herstellung der Chassis-Ausschnitte wurde gemäss dem Plan von Bern Timmermanns ein Lochkreisschneider zunächst auf 87 mm Durchmesser und der Tiefenanschlag der Bohrmaschine auf 3 mm eingestellt.  Die Einstellungen wurden auf einem Abfallstück geprüft und entsprechend nachgestellt. Dabei stellt sich heraus, dass die Bohrmaschine nicht exakt senkrecht justiert ist, so dass die Tiefe auf der einen Seite wie gewünscht 3 mm ergab, auf der anderen Seite aber nur 2,5 mm tief wurde. Gelöst wurde dieses Problem durch vorsichtiges Drehen der Frontplatten beim Schneidevorgang, so dass eine gleichmässige Tiefe von rundum 3 mm entstand. So wurden dann alle Chassis-Ausschnitte in den finalen Zuschnitten mit dieser Einstellung vorbereitet.

Anschliessend wurde der Lochkreisschneider gemäss Plan auf 78 mm eingestellt, die Einstellung auf einem Abfallstück geprüft und dann die Chassis-Ausschnitte auf den Frontplatten zunächst bis zur Hälfte von oben und dann der Rest von unten hineingeschnitten. Damit entstanden saubere Schnittkanten für die Chassis-Ausschnitte.

Analog wurden die Ausschnitte für die Bass-Reflex-Röhren hergestellt.

Nun wurden in die Zuschnitte, dort wo sie miteinander verbunden werden sollen, für die Aufnahme von Flachdübeln gefräst. Zum Einsatz kamen Flachdübel der Grösse 10. Mit dieser Massnahme konnte eine gute Bündigkeit der Verbindungen erzielt werden.

Die so vorbereiteten Zuschnitte ohne die Rückwand wurden nun alle gleichzeitig pro Box zusammengeleimt. Dazu wurde grosszügig Fugenleim verwendet. Nachdem die Leimverbindungen stabil geworden waren, wurden die Rückwände mit M5 Schrauben befestigt und es entstanden die kompletten Leergehäuse.

Mit der Bandsäge wurde bei diesen kompletten Leergehäusen dann die Standfläche zugesägt. Verwendet wurde dazu ein Bandsägeblatt mit feiner Zahnung, so dass saubere Schnittflächen entstanden. Mit der Exzenterschleifmaschine wurden dann alle Flächen geschliffen und dabei die finale Bündigkeit an den Übergängen hergestellt. 

Die Oberflächen der fertig geschliffenen Leergehäuse wurden abschliessend mit Natur-Öl veredelt. 

Die folgenden Bilder illustrieren den Herstellungsprozess der Leergehäuse.  

 

Mit den Zuschnitt der Standflächen auf der Bandsäge waren die Boxen nun vorbereitet für den Einbau der Weichen, Verstärker und Netzgeräte.

 

 

 

This article was updated on 25 Jan. 2022

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